Last Updated on April 2, 2026 by disco.tracking@gmail.com
Das Stadtarchiv Mittersill ist weit mehr als nur ein Aufbewahrungsort für alte Dokumente – es ist ein lebendiges Zentrum, in dem die reiche Geschichte der Oberpinzgauer Stadt lebendig wird und erlebbar bleibt. Mit seinen rund 250 Archivkartons, tausenden Fotografien und einer umfassenden Fachbibliothek von etwa 2.000 Bänden bewahrt das Archiv eine Fülle historischer Schätze, die tief in die Vergangenheit von Mittersill und seiner Umgebung eintauchen lassen. Unter der Leitung von Gundi Egger seit Anfang 2023 hat sich das Stadtarchiv als ein Ort etabliert, der Vergangenheit und Gegenwart verbindet und kulturelles Erbe für kommende Generationen zugänglich macht. Im Herzen des Felberturmmuseums gelegen, ist es eine wichtige Anlaufstelle für Geschichtsinteressierte, Forscher und Bürger, deren Verbindung zu ihrer Heimat durch die dort archivierten Geschichten gestärkt wird. Dieser Artikel bietet einen tiefgehenden Einblick in das vielfältige Leben des Stadtarchivs Mittersill und zeigt auf, wie Erinnerungskultur und historisches Bewusstsein hier aktiv gepflegt werden.
Das Herzstück der Oberpinzgauer Geschichte: Umfang und Inhalte des Stadtarchivs Mittersill
Das Stadtarchiv Mittersill beherbergt heute rund 250 Archivkartons, die eine Vielzahl an historischen Dokumenten enthalten, darunter alte Protokolle, schriftliche Zeugnisse sowie Sammlungen lokaler Printmedien. Diese umfangreichen Archivbestände vermitteln ein lebendiges Bild der Stadtgeschichte und dokumentieren wesentliche Ereignisse und Alltagsaspekte verschiedener Epochen. Darüber hinaus runden Nachlässe bedeutender Persönlichkeiten wie Kanonikus Josef Lahnsteiner das Angebot ab und geben Einblicke in das kulturelle und geistige Leben Mittersills.
Ein bedeutendes und oft genutztes Element des Archivs ist die Fachbibliothek mit ungefähr 2.000 Bänden, die Texte zu regionaler Kultur, Geschichte und Volksbräuchen umfasst. Sie dient sowohl Experten als auch der breiten Bevölkerung als fundierte Wissensquelle und unterstützt bei Forschungsprojekten sowie privaten Interessensnachfragen. Die Kombination aus physischen Dokumenten, Fotos und Literatur macht das Stadtarchiv zu einem multifunktionalen Gedächtnisort, der weit über das Aufbewahren von Akten hinausgeht.
Ein Beispiel für die Vielfalt der bewahrten Materialien sind die zahlreichen Fotografien und Ansichtskarten, die nicht nur historische Gebäude und das Stadtbild dokumentieren, sondern auch Lebenswelten vergangener Generationen illustrieren. Diese Bildsammlungen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, da sie einen unmittelbaren Zugang zur Vergangenheit schaffen und zahlreiche Facetten des sozialen Lebens zeigen.
Die Bedeutung eines solchen Archivs liegt nicht allein in der Sammlung, sondern vor allem in der kontinuierlichen Pflege, Erschließung und zugänglichen Gestaltung der Dokumente – Aufgaben, die unter der Leitung von Gundi Egger seit 2023 mit großem Engagement verfolgt werden. So wird das Archiv zum lebendigen Ort, an dem Vergangenheit erforscht, bewahrt und weitergegeben wird.
Die neue Leitung durch Gundi Egger: Erfahrung und Leidenschaft für die Mittersiller Historie
Seit Anfang 2023 hat Gundi Egger die Leitung des Stadtarchivs Mittersill übernommen, die mit viel Herzblut und umfangreicher Erfahrung das Archiv weiterentwickelt. Als gebürtige Mittersillerin bringt sie eine tiefe Verbundenheit zu ihrer Heimat mit, die sich in ihrem Engagement für die regionale Geschichte widerspiegelt. Ihre berufliche Laufbahn, unter anderem als Amtsleiterin der Gemeinde Stuhlfelden, sowie ihre wissenschaftlichen Kenntnisse durch Archivkurse in Wien und zahlreiche Chronistenseminare bilden das solide Fundament für ihre Arbeit im Stadtarchiv.
Von 2010 bis Anfang 2023 wurde das Archiv von OSR Hannes Wartbichler aufgebaut und geprägt, der mit großer Akribie und persönlichem Einsatz die Grundlage für die heutige Sammlung legte. Egger war unter anderem Schülerin von Wartbichler und wurde durch ihn früh für das historische Fachgebiet begeistert. Die Übergabe des Archivs an sie symbolisierte eine nahtlose Fortführung dieser Leidenschaft für die Geschichte Mittersills.
In ihrer neuen Rolle nutzt Gundi Egger ihr umfassendes Wissen nicht nur für die Archivpflege, sondern auch für die aktive Öffentlichkeitsarbeit. Sie versteht Archivarbeit als Brücke zwischen Gegenwart und Vergangenheit, wobei sie sich intensiv um die Einbindung der Bevölkerung bemüht. Eine ihrer Prioritäten ist es, das Archiv nicht nur als Sammlung von Dokumenten zu sehen, sondern als Ort des lebendigen Austauschs und der Gemeinschaft.
Das Stadtarchiv unter ihrer Führung profitiert außerdem von ihrer langjährigen Erfahrung im Chronikwesen, wie z.B. beim Aufbau des Gemeindearchivs in Stuhlfelden und der Mitarbeit an Ortschroniken. So kann sie fundierte Einblicke in die regionale Entwicklung einbringen und mit einem Netzwerk aus wissenschaftlichen und lokalen Partnern zusammenarbeiten. Diese Kombination macht sie zur idealen Leitungsperson, die das kulturelle Gedächtnis der Stadt liebevoll und professionell bewahrt.
Digitale Zeiten: Die Rolle der Topothek als modernes Online-Archiv für die Region
Ein besonders spannendes Projekt des Stadtarchivs Mittersill ist die Topothek, ein digitales, gemeindebasiertes Online-Archiv, das historische Dokumente und Bilder aus der Bevölkerung sammelt und öffentlich zugänglich macht. Diese Plattform revolutioniert die Art und Weise, wie Geschichte erlebt und geteilt wird, indem sie Einwohner, Forscher und Interessierte einlädt, aktiv an der Dokumentation ihrer Heimat mitzuwirken.
Die Topothek lebt vom Mitmachen und schafft es so, historische Erinnerungen und lokale Kultur lebendig zu halten. Nutzer können bequem von zu Hause aus Fotos, Dokumente und Geschichten entdecken, was die Zugänglichkeit und das Interesse an der Geschichte Mittersills erheblich steigert. Dabei werden nicht nur einmalige historische Aufnahmen gesammelt, sondern auch persönliche Erinnerungen, die das Bild der Stadtgeschichte vielseitig erweitern.
Dieses digitale Gedächtnis kombiniert modernste Technik mit bürgerschaftlichem Engagement und wird regelmäßig vom Stadtarchiv gepflegt und erweitert. Zugleich bietet die Topothek eine Plattform für die Präsentation unterschiedlicher Themen, was die geschichtliche Vielfalt der Region unterstreicht. Die Nutzung der Topothek ist ein Beispiel dafür, wie Archive am Puls der Zeit arbeiten, um Kultur und Erinnerung für alle Menschen zugänglich zu machen.
Im Kontext der Digitalisierung ist die Topothek von besonderem Wert, denn sie verbindet altüberlieferte Dokumente mit zeitgemäßer medialer Verbreitung und schafft somit neue Zugänge, die gerade für jüngere Generationen von Bedeutung sind.
Monatliche Stammtische: Geschichtliche Begegnungen und lebendiger Austausch
Das Stadtarchiv Mittersill steht nicht nur für stille Archivarbeit, sondern auch für lebendige Begegnungen. Jeden ersten Dienstag im Monat lädt das Archiv zusammen mit dem Felberturm Museum zu öffentlichen Stammtischen ein, bei denen regionale Geschichte auf unterhaltsame und informative Weise erlebbar wird. Diese Treffen bieten Raum für Diskussionen, Vorträge und das Teilen von Erinnerungen – ein lebendiger Kulturraum, der das Archiv mit der Bevölkerung verbindet.
Beispielsweise wurde im Februar 2026 das Thema „Schlengern – Arbeitsplatzwechsel zu Maria Lichtmess“ von Brigitte Niederseer kompetent erläutert und stieß auf großes Interesse. Diese Art der Archivvermittlung erfüllt gleich mehrere Funktionen: Sie fördert die historische Bildung, belebt das kulturelle Erbe und stärkt das Bewusstsein für die eigene Identität in Verbindung mit der Vergangenheit.
Diese Stammtische sind auch eine Plattform für den Austausch zwischen Laien, Historikern und Familien, die gemeinsam die Geschichte von Mittersill entdecken oder vertiefen möchten. So entstehen Netzwerke und gemeinschaftliche Projekte, die das Archiv und seine Bestände nachhaltig stärken.
Solche Initiativen zeigen, dass das Stadtarchiv weit mehr als reine Dokumentensammlung ist – es ist ein lebendiges soziales Forum, das Geschichte greifbar macht und Teil des heutigen Lebens bleibt. Die regelmäßige Einladung zum Stammtisch unterstreicht die Öffnung und Modernisierung traditioneller Archivarbeit.
Vielfältige Kooperationen: Forschungsprojekte und schulische Bildungsarbeit im Stadtarchiv Mittersill
Eine besondere Stärke des Stadtarchivs liegt in seiner intensiven Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen und Bildungseinrichtungen. So wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte durchgeführt, die Geschichte greifbar machen und insbesondere junge Menschen an historische Themen heranführen. Ein Beispiel hierfür ist die Kooperation mit den Mittelschulen Mittersill, Bramberg und Neukirchen, bei der gemeinsam die Zeit des Nationalsozialismus erforscht wurde. Dabei spielte die Sammlung von Feldpostbriefen eine zentrale Rolle – über 280 Zeitzeugenbriefe lagern im Archiv und ermöglichen einen bewegenden Einblick in das Leben jener Epoche.
Darüber hinaus arbeiteten das Stadtarchiv und der Tourismusverband in einem LEADER-Projekt zur Baugeschichte der Region zusammen. Untersucht wurden die Entwicklung und Historie der Häuser in Mittersill, Stuhlfelden und Hollersbach. Dieses Projekt zeigt, wie eng das Archiv mit regionaler Kulturförderung verknüpft ist und wie historische Erkenntnisse zur Stärkung der lokalen Identität beitragen können.
Hierbei ist zu betonen, dass solche Zusammenarbeit auch ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung materiellen Kulturerbes ist, indem bauhistorische Dokumente und Bilder zugänglich gemacht und veröffentlicht werden. Außerdem entstehen durch diese partnerschaftliche Arbeit neue Publikationen und Kolumnen, wie beispielsweise in der Zeitschrift Oberpinzgau+, die das Bewusstsein für die Bedeutung der Stadtgeschichte erhöhen.
Diese Formen des Engagements unterstreichen die Rolle des Stadtarchivs nicht nur als Hort des Wissens, sondern auch als aktiven und gestaltenden Partner einer lebendigen Geschichtskultur.
Im Stadtarchiv Mittersill erwacht Geschichte zum Leben
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Die Bedeutung von Erinnerung und Archivierung für die regionale Kultur
Das Stadtarchiv Mittersill fungiert als zentrales Gedächtnis der Gemeinschaft und ist damit ein unverzichtbarer Bestandteil der kulturellen Identität der Stadt und der Region Oberpinzgau. Durch das Sammeln, Bewahren und Zugänglichmachen von Dokumenten, Fotografien und persönlichen Nachlässen leistet es einen wichtigen Beitrag, um das kollektive Bewusstsein für die eigene Geschichte zu stärken. Diese Erinnerungskultur fördert den sozialen Zusammenhalt und hilft, Traditionen und Brauchtum lebendig zu erhalten.
Die Archivarbeit erfasst hier nicht allein historische Fakten, sondern bezieht auch das soziale und kulturelle Leben mit ein. So stellen Projekte wie die Erforschung der alten Mittersiller Markthäuser oder die Beteiligung der Bevölkerung an der Topothek sicher, dass Geschichte nicht nur aus Perspektive der Machthaber erzählt wird, sondern viele Facetten, auch der Alltag und weniger bekannte Geschichten, sichtbar werden.
Ein besonders berührendes Beispiel war die Unterstützung bei der Familienforschung eines Schweizers, dessen Großmutter während der NS-Zeit als KZ-Gefangene auf Schloss Mittersill arbeitete. Das Auffinden dazugehöriger Dokumente im Archiv brachte dieser Familie wertvolle Klarheit und half, eine dunkle Epoche der Vergangenheit aufzuarbeiten. Solche Geschichten zeigen, wie lebendig und wichtig das Stadtarchiv als Ort der Erinnerung und Aufarbeitung ist.
Insgesamt bietet das Stadtarchiv damit nicht nur einen wissenschaftlichen Mehrwert, sondern auch einen emotionalen Wert, der die Geschichte Mittersills als lebendige und bedeutungsvolle Ressource für die Zukunft bewahrt.
Einblick in die vielfältigen Services des Stadtarchivs Mittersill für Forschung und Öffentlichkeit
Das Stadtarchiv stellt eine breite Palette an Dienstleistungen bereit, die sowohl der wissenschaftlichen Forschung als auch interessierten Bürgern zugutekommen. Neben der Betreuung von Anfragen zu historischen Themen und genealogischer Recherche bietet es öffentliche Veranstaltungen wie die monatlichen Stammtische sowie Führungen im Archivbereich und im Felberturm Museum an.
Zudem betreibt das Stadtarchiv eine aktive Öffentlichkeitsarbeit via Kolumnen in lokalen Publikationen und digital über die Topothek. Auch die Zusammenarbeit mit vielfältigen Partnern – von Schulen bis zu touristischen Institutionen – erhöht die Reichweite und Relevanz seiner Arbeit.
Die Besucher können vor Ort oder online umfangreiche Quellenbestände einsehen, darunter auch Sammlungen von Ansichtskarten, Dias und Fotos, die geschichtliche Entwicklungen anschaulich dokumentieren. Für Wissenschaftler bietet das Archiv umfangreiche Beratung und Unterstützung bei der Recherche, was zahlreiche Anfragen aus dem In- und Ausland belegen.
Eine Übersicht der wichtigsten Serviceangebote des Stadtarchivs Mittersill:
- Archivbesuche und Recherche vor Ort
- Zugriff auf die digitale Topothek
- Monatliche Stammtische mit Expertenvorträgen
- Unterstützung bei genealogischer und regionalhistorischer Forschung
- Bildungsprojekte in Schulen und mit Vereinen
- Veröffentlichungen und Kolumnen zur regionalen Geschichte
Diese vielfältigen Angebote zeigen, dass das Stadtarchiv als lebendige Institution mitten im gesellschaftlichen Leben steht und Geschichte für alle erlebbar macht.
Die Zukunft des Stadtarchivs Mittersill: Chancen und Herausforderungen im digitalen Zeitalter
Das Stadtarchiv Mittersill steht vor spannenden Herausforderungen und Chancen gleichermaßen, wenn es darum geht, Geschichte auch in Zukunft lebendig und zugänglich zu halten. Die fortschreitende Digitalisierung bietet zum Beispiel neue Möglichkeiten, Bestände digital zu erfassen und somit einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Die bereits etablierte Topothek ist ein herausragendes Beispiel, wie digitale Medien das Archiv ergänzen und erweitern können.
Gleichzeitig gilt es, den Spagat zwischen konservatorischen Anforderungen und modernen Nutzererwartungen zu meistern. Die Sicherstellung der langfristigen Erhaltung empfindlicher Dokumente bleibt eine wichtige Aufgabe, auch wenn die Nutzung digitaler Archivsysteme stark zunimmt. Der Balanceakt zwischen Bewahren und Zugänglichmachen wird weiterhin einen bedeutenden Raum in der Archivarbeit einnehmen.
Mit der intensiven Vernetzung zu Schulen, Museen und externen Forschern wächst auch der Anspruch, innovative Bildungsformate und Beteiligungsprojekte zu realisieren. So werden Archive künftig verstärkt als interaktive Lernorte mit multimedialen Angeboten wahrgenommen. Das Stadtarchiv Mittersill ist auf einem guten Weg, diese Entwicklung mitzugestalten und als lebendigen Kulturraum neue Generationen für die Historie ihrer Heimat zu begeistern.
Die Kombination aus traditionellen Archivmethoden und zukunftsweisender Technologie wird sicherstellen, dass Geschichte auch weiterhin für Menschen jeden Alters erfahrbar bleibt und zur Stärkung der regionalen Identität beiträgt.
Was genau bewahrt das Stadtarchiv Mittersill?
Das Stadtarchiv bewahrt rund 250 Archivkartons mit Dokumenten, Fotografien, Vereinsprotokollen und Nachlässen von Persönlichkeiten zur Geschichte Mittersills und der Region Oberpinzgau.
Wie kann die Öffentlichkeit von den Beständen des Stadtarchivs profitieren?
Die Bevölkerung kann bei den monatlichen Stammtischen teilnehmen, das digitale Archiv Topothek nutzen und auf Anfrage auch persönliche Recherchen vor Ort durchführen.
Wer leitet das Stadtarchiv und welche Qualifikationen bringt die Leitung mit?
Seit 2023 leitet Gundi Egger das Stadtarchiv. Sie ist gebürtige Mittersillerin mit langjähriger Erfahrung in Archiv- und Chronikarbeit sowie fundierter Archivausbildung.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung im Stadtarchiv Mittersill?
Die Digitalisierung, insbesondere durch die Topothek, ermöglicht den Zugang zu historischen Dokumenten online und fördert bürgerliches Engagement bei der Erfassung lokaler Geschichte.
Wie arbeitet das Stadtarchiv mit Schulen und anderen Institutionen zusammen?
Das Archiv kooperiert regelmäßig mit Schulen, Vereinen und Forschungseinrichtungen, um Bildungsprojekte durchzuführen und Geschichte lebendig zu vermitteln.